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Gruppenfotos bei der Hochzeit. Muss das wirklich sein?

  • Autorenbild: Tanja Engelhardt
    Tanja Engelhardt
  • 16. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Gruppenfotos gehören für viele Hochzeitspaare irgendwie dazu. Und das kann ich auch total verstehen. Man möchte die Eltern einmal mit auf dem Bild haben. Vielleicht die Geschwister. Die Großeltern. Die Trauzeug:innen. Und vielleicht auch ein Bild mit allen, die an eurem Tag dabei waren.


Natürlich haben diese Bilder ihren Wert.


Trotzdem möchte ich an dieser Stelle einmal ganz ehrlich sagen: Gruppenfotos sind sehr viel anstrengender, als man vorher vielleicht denkt.


Und zwar nicht nur für mich als Fotografin. Vor allem für euch als Hochzeitspaar.

Denn nach der Trauung passiert ja eigentlich etwas ganz Schönes. Die erste Anspannung fällt ab. Ihr habt gerade Ja gesagt, alle freuen sich mit euch, es wird gratuliert, gelacht, umarmt, vielleicht fließt das ein oder andere Tränchen und ihr könnt endlich ein bisschen loslassen.


Und oft kommt dann noch dazu, dass ihr morgens vor lauter Aufregung vielleicht kaum etwas gegessen habt. Man ist emotional, ein bisschen durch, vielleicht auch langsam hungrig, und eigentlich möchte man erst einmal kurz durchatmen.


Und vielleicht genau in diesem Moment oder etwas später kommt dann der Punkt mit den Gruppenfotos. Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, den Moment zu genießen. Denn plötzlich muss organisiert werden.


Wo stellen wir uns hin?

Wer fehlt noch?

Wo ist Onkel XY?

st die Trauzeugin gerade kurz weg?

Können wir noch schnell die Familie der einen Seite?

Und danach die andere Seite?

Einmal mit Geschwistern?

Einmal ohne Anhang?

Einmal mit Anhang?

Und dann noch die Freundesgruppe?

Ein bisschen mehr nach links, nein, doch ein bisschen mehr rechts …


Gruppenfotos Hochzeit



Gruppenfotos auf eurer Hochzeit kosten Energie


Ich erlebe es auf Hochzeiten immer wieder, dass Gruppenfotos dem Tag ganz schön viel Energie nehmen können. Es ist ganz simpel gesagt anstrengend, viele Menschen für ein Foto zusammenzubringen. Und ihr seid ja auf jedem Bild gefragt.


Und je größer die Gruppe, desto schwieriger wird es. Irgendeine Person fehlt immer. Irgendjemand unterhält sich noch. Jemand steht im falschen Licht. Jemand schaut gerade weg. Bei größeren Gruppen muss ich immer mehrere Bilder machen, weil fast immer jemand blinzelt oder gerade einen ungünstigen Gesichtsausdruck hat. Das ist alles auch völlig normal.


Aber währenddessen warten alle anderen. Die, die schon bereitstehen, werden irgendwann ungeduldig. Die, die noch fehlen, müssen gesucht werden. Und ihr als Hochzeitspaar steht mittendrin.


Und genau das ist der Moment, in dem ihr merkt: Puh, das ist jetzt doch anstrengender als wir uns das vorgestellt haben.





Natürlich verstehe ich den Wunsch nach Gruppenfotos


Ich möchte gar nicht sagen, dass Gruppenfotos unwichtig sind. Ganz im Gegenteil.

Gerade Bilder mit den Eltern finde ich persönlich sehr wertvoll. Auch Geschwister, Großeltern oder ein Bild mit allen Gästen können wichtig sein. Es ist schön, später einmal zu sehen, wer an eurem Tag dabei war.


Aber ich glaube, es macht einen großen Unterschied, ob man ein paar bewusst gewählte Gruppenfotos macht oder ob man versucht, jede mögliche Konstellation festzuhalten.


Denn irgendwann wird aus „ein schönes Erinnerungsbild“ eine lange Liste. Und diese Liste kann euren Tag ziemlich ausbremsen. Vor allem, wenn währenddessen immer noch jemandem einfällt: Ach, können wir noch schnell eins mit denen? Und dann noch mit den anderen? Und vielleicht noch eins nur mit uns dreien?


Natürlich mache ich diese Bilder, wenn ihr sie euch wünscht. Das ist mein Job, und ich begleite euren Tag so, wie ihr euch das wünscht. Aber aus meiner Erfahrung als Hochzeitsfotografin kann ich euch wirklich nur sagen: Überlegt euch vorher gut, welche Gruppenfotos euch wirklich wichtig sind.





Die schönsten Bilder sind nicht die klassischen Gruppenfotos


Wenn ich später eine Hochzeitsgalerie durchgehe, sind die Gruppenfotos in aller Regel nicht die Bilder, bei denen ich hängenbleibe.


Die Bilder, die wirklich etwas erzählen, entstehen an ganz anderen Stellen.


Wenn eure Mutter euch nach der Trauung umarmt.

Wenn eure Freundinnen miteinander lachen.

Wenn jemand eure Hand nimmt.

Wenn eure Gäste anstoßen.

Wenn eure Oma euch anschaut.

Wenn ihr kurz durchatmet und merkt: Wir haben gerade wirklich geheiratet.


All diese Momente kann man nicht auf eine Liste schreiben. Sie passieren.

Und deshalb mag ich Hochzeiten im Reportagestil auch wirklich sehr. Weil ich nicht nur dokumentiere, wer nebeneinander gestanden hat, sondern was an diesem Tag wirklich passiert ist.





Es muss nicht alles als Gruppenfoto geplant werden


Ganz oft entstehen Bilder mit wichtigen Menschen ganz nebenbei. Wenn ihr beim Getting Ready mit euren Geschwistern zusammen seid. Wenn die Trauzeug:innen sowieso gerade bei euch stehen. Wenn Freundinnen zusammen lachen und ich einfach einen Moment daraus festhalte. Das sind viel schönere Bilder als die, bei denen alle auf Kommando in die Kamera schauen.


Natürlich ersetzt das nicht jedes klassische Gruppenfoto. Aber es nimmt vielleicht ein bisschen Druck raus. Denn nicht jeder Mensch, der euch wichtig ist, muss zwingend in einer gestellten Konstellation fotografiert werden.


Viele werden im Laufe des Tages sowieso auftauchen. In schönen Momenten. In Gesprächen. Beim Anstoßen. Beim Gratulieren. Beim Lachen. Beim Feiern.

Und genau die Bilder fühlen sich später viel, viel mehr nach eurem Tag an.





Meine Empfehlung: Macht eine kleine Prioritätenliste


Ich bespreche Gruppenfotos mit meinen Hochzeitspaaren immer vorher. Nein, nicht weil ich sie euch ausreden möchte. Sondern weil ich möchte, dass ihr bewusst entscheidet.


Ich empfehle euch, eine kleine Liste mit den wichtigsten Konstellationen zu machen. Also nicht jede denkbare Kombination, sondern wirklich die Bilder, die euch wichtig sind.


Zum Beispiel:

Eltern

Geschwister

Großeltern

Trauzeug:innen

ein Bild mit allen Gästen


Und dann könnt ihr noch überlegen: Was wäre schön, muss aber nicht zwingend sein? Das hilft enorm. Denn wenn der Tag anders läuft, wenn es heiß ist, wenn jemand fehlt, wenn die Stimmung gerade so schön frei und leicht ist, dann muss man nicht krampfhaft eine endlose Liste abarbeiten. Dann wissen wir: Diese Bilder sind wichtig. Die machen wir. Und alles andere darf entstehen, wenn es passt. Und so kann es auch passieren, dass wir noch während des Abarbeitens merken, dass die Energie ausgeht und die Punkte weiter unten auf der Liste einfach wegfallen dürfen.





Weniger Gruppenfotos bedeuten mehr Ruhe


Ich glaube, das ist der eigentliche Punkt. Es geht mir nicht darum, Gruppenfotos schlechtzureden. Es geht mir darum, dass euer Hochzeitstag nicht plötzlich nach Organisation aussehen soll. Insbesondere nach der Trauung ist meistens so viel Gefühl im Raum. Alle wollen euch drücken, mit euch sprechen, euch anschauen, mit euch anstoßen. Das ist eine besondere und schöne Zeit.


Wenn man diese schönen Momente aber dann in eine lange Fotoliste verwandelt, geht davon vielleicht auch etwas verloren. Deshalb bin ich ein ganz großer Fan von wenigen, gut überlegten Gruppenfotos. Lieber fünf Bilder, die euch wirklich wichtig sind, als zwanzig Konstellationen, bei denen ihr irgendwann selbst nicht mehr wisst, warum ihr sie eigentlich macht.





Am Ende ist es euer Tag


Mir ist ganz wichtig, dass ihr bereits vorher wisst, was diese Bilder bedeuten.

Sie brauchen Zeit. Sie brauchen Organisation. Und sie kosten Energie.

Wenn ihr euch trotzdem viele Gruppenfotos wünscht, machen wir sie natürlich. Dann planen wir sie gut und schauen, dass es möglichst ruhig und strukturiert abläuft.


Wenn ihr aber sagt: Wir möchten ein paar wichtige Bilder und ansonsten lieber den Tag genießen, dann ist das aus meiner Sicht tatsächlich die entspanntere Lösung.

Und dann entstehen auch genau die Bilder, die später wirklich nach eurer Hochzeit aussehen. Und nicht nach irgendeiner Liste.




Ihr seid noch auf der Suche nach eurer Hochzeitsfotografin für eure Hochzeit in München, im Münchner Umland oder auch darüber hinaus? Dann freue ich mich auf eure Nachricht.









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