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Warum müssen sich Mütter fürs Stillen in der Öffentlichkeit noch immer rechtfertigen?

Autorenbild: Tanja Engelhardt
Tanja Engelhardt
vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 14 Stunden

Als ich selbst noch gestillt hab, hab ich mich immer wieder mal gefragt, warum es mir in der Öffentlichkeit doch manchmal schwergefallen ist. Ich hatte Sorge vor unangenhmen Blicken. Ich dachte daran, ob ich andere störe oder auch aufdringlich wirken könnte. Und irgendwann hab ich mich gefragt: Warum fühlt sich eigentlich etwas so Natürliches für mich überhaupt so schambehaftet an?


Ich glaube, das hat auch damit zu tun, wie wir als Gesellschaft das Stillen wahrnehmen. Stillende Mamas sieht man im Alltag inzwischen zwar immer öfter. Doch wenn eine Mutter in der Öffentlichkeit stillt, muss sie trotzdem oft mit Blicken oder verletzenden Kommentaren rechnen. Manche Menschen fühlen sich davon gestört oder empfinden es als zu freizügig. Und so hält sich die Vorstellung, Stillen gehöre in die eigenen vier Wände.




Eine Kampagne für mehr Sichtbarkeit


Und genau hier setzt #ichstillwoichwill an. Die Kampagne wurde von Sirid Böhm gemeinsam mit der Fotografin Anika Krickl und der Autorin Britta Fuchs ins Leben gerufen. Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass sich viele Mütter beim Stillen in der Öffentlichkeit unsicher fühlen, sich zurückziehen oder öffentliche Orte meiden. Mit Fotos von stillenden Müttern an ganz unterschiedlichen Orten wollen die Initiatorinnen zeigen: Auch Mütter und ihre Babys gehören selbstverständlich in den öffentlichen Raum.


Passend zur diesjährigen Weltstillwoche, die vom 28. September bis 4. Oktober 2026 stattfindet und unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft.“ steht, haben wir uns der Kampagne angeschlossen.


Für unsere Aktion haben wir uns auf der Oidn Wiesn getroffen. Die Mamas, die dabei waren, hatten ganz unterschiedliche Erfahrungen und persönliche Gründe, sich fotografieren zu lassen. Es war ein super schöner Vormittag und gleichzeitig unfassbar spannend, ihre Geschichten zu hören. Hinter jedem Bild steckt eine eigene Stillgeschichte und der Wunsch, ein Zeichen zu setzen.



  • Eine Mutter stillt ihr Baby auf der Oidn Wiesn

  • Stillende Mutter auf der Wiesn im Rahmen der Kampangne #ichstillwoichwill





Ein Baby bekommt auch unterwegs Hunger


Ein Baby bekommt Hunger, wenn es Hunger bekommt. Nicht erst, wenn die Mama wieder zu Hause ist oder einen ruhigen Raum gefunden hat. Stillen gehört zum Alltag: unterwegs, beim Treffen mit Freunden, im Café und eben auch, so wie hier der Wiesn.

Trotzdem denken so viele Mamas darüber nach, ob ihre Kleidung passend ist, ob jemand schauen könnte oder ob sich andere gestört fühlen. Das ist also nicht nur eine Frage des eigenen Selbstvertrauens. Es hat auch ganz viel damit zu tun, wie selbstverständlich Stillen in unserer Gesellschaft angenommen wird.


Stillen sichtbarer zu machen, bedeutet nicht, dass alle Mütter stillen sollen. Nicht alle können stillen, und manche möchten es nicht. Jede Familie hat ihren eigenen Weg. In dem Beitrag geht es darum, dass Mütter, die stillen, ihr Baby dort versorgen können, wo sie gerade sind, ohne sich verstecken oder dafür rechtfertigen zu müssen.


Ich wünsche mir sehr, dass Stillen in der Öffentlichkeit irgendwann so selbstverständlich ist, dass keine Mama mehr überlegen muss, ob sie damit gerade stört. Bis dahin hilft es enorm, darüber zu sprechen und es sichtbar zu machen. Deshalb haben diese tollen Mamas ihre Bilder hier geteilt. Danke auch an Susanne von My Mom Moment für die Unterstütztung.


  • Stillende Mutter auf der Oidn Wiesn
  • Stillende Mamas im Rahmen der Kampangne #ichstillwoichwill
  • Stillende Mamas auf dem Oktoberfest



Hast du selbst schon Erfahrungen mit dem Stillen in der Öffentlichkeit gemacht? Wenn du magst, erzähle uns davon in den Kommentaren.






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