top of page

Sternenkinder - ein Thema, das Raum braucht

  • Autorenbild: Tanja Engelhardt
    Tanja Engelhardt
  • 25. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Familienshooting Homestory. Vater und Sohn.



Manchmal fehlen die richtigen Worte. Aber Schweigen hilft auch nicht.

Ein persönlicher Text über stille Geburt, Verantwortung im Umgang miteinander und warum Sichtbarkeit wichtig ist.




Hinweis


In diesem Beitrag geht es um stille Geburt und den Verlust eines Kindes.

Wenn du gerade sensibel auf dieses Thema reagierst, lies bitte nur weiter, wenn es sich für dich gut anfühlt. Oder überspring den Beitrag.





Warum ich lange gezögert habe, über die Sternenkinder zu schreiben


Seitdem ich das Ehrenamt bei Dein Sternenkind mache, bin ich immer wieder hin und hergerissen, ob ich es überhaupt erwähnen soll. Weil ich lange dachte: Ein Ehrenamt tut man. Punkt. Man redet nicht groß drüber. Man macht es einfach. Aus Überzeugung. Und ohne große Bühne.


Deshalb stand es dann mal in meiner Bio. Dann stand es wieder nicht da. Ein ewiges Hin und Her.





Mein großes Aber


Ich habe mich entschieden, doch darüber zu schreiben. Und vermutlich auch nicht nur einmal. Weil mir ein selbst betroffener Kollege damals etwas gesagt hat, das bei mir richtig nachgehallt hat. Wie wichtig es ist, dass wir darüber sprechen. Warum schweigen wir, wenn da draußen so viele Menschen gerade etwas ertragen müssen, das man kaum in Worte fassen kann. Warum tun wir so, als müsste dieses Thema irgendwie „passen“, damit es Raum bekommen darf.





Was ist eigentlich angemessen?


Ich stelle mir dabei oft ethische Fragen. Was ist eigentlich angemessen. Was ist vielleicht zu viel. Was ist zu wenig. Und ich glaube inzwischen: Wahrscheinlich gibt es nicht diese eine richtige Antwort.


Am Ende muss es sich stimmig anfühlen. Und ich muss mich damit wohlfühlen, wie ich darüber spreche. Mit Vorsicht. Und mit Bedacht.





Für die, die mitlesen und selbst betroffen sind


Denn mir folgen auch Sternenkind Eltern. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schmerzhaft ein ganz normaler Alltagsbeitrag für sie sein kann. Ein fröhliches, lachendes Kind. Ein Babybauch. Ein Neugeborenes im Arm. Nicht, weil sie anderen ihr Glück nicht gönnen. Sondern weil es ihnen in diesem Moment vor Augen hält, was sie selbst im Arm halten könnten.


Ich möchte, dass wir auch diese Eltern sehen. Und ich möchte mehr Bewusstsein dafür schaffen, wie schnell wir übergriffig sind, ohne es zu merken.





Worte, die mehr auslösen, als wir denken


Diese eine Frage zum Beispiel: „Wollt ihr eigentlich Kinder?“ Oder wenn schon eins da ist: „Und wann kommt das zweite?“ So oft einfach rausgesagt. Ganz unbedacht.

Oft sogar im Smalltalk. Dabei wissen wir nicht, wen wir da gerade vor uns haben. Und wir wissen nicht, welche Geschichte dahinter steckt.


Vielleicht gibt es einen Kinderwunsch, aber es klappt nicht. Vielleicht gab es Fehlgeburten. Vielleicht eine stille Geburt. Vielleicht schon sehr, sehr viel Leid. Und weil wir so wenig darüber reden, fühlen sich Betroffene oft noch einsamer.





Amelie


In diesem Beitrag möchte ich euch aber nun die kleine Amelie vorstellen. Ein wunderschönes Baby. Ein Kind, bei dem du auf den Bildern denkst, es schläft. Eine Familie, die geglaubt hat, sie gehen ins Krankenhaus und bringen dort ihr wunderbares Kind zur Welt.


Ich behaupte, es gibt kaum etwas Schlimmeres, als das erleben zu müssen. Und nun bleibt den Eltern nur eines. Bilder.






Warum Bilder so unendlich wertvoll sind


Weil sie nichts anderes mehr haben, woran sie sich festhalten können. Kein erstes Foto zuhause. Kein Alltag. Keine kleinen Geschichten und Anekdoten.


Nur diese wenigen Momente, die festgehalten wurden. Bilder von unschätzbarem Wert. Vielleicht nicht schön im klassischen Sinne. Sondern unbeschreiblich kostbar. Sie zeigen: Amelie war da. Und sie gehört zu uns.







Danke, dass ich Teil von Dein Sternenkind sein darf. Danke an den lieben Kollegen, der mir damals die Augen geöffnet hat.

Und danke an die tollen Kolleginnen und Kollegen, für so viel Halt, Wärme, Respekt und Verständnis.


Ich bin außerdem, sehr dankbar, dass ich die bezaubernde kleine Amelie kennenlernen durfte.









Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page